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BUND Landesverband Bremen

Vom Massenschädling zum seltenen Ereignis – der Maikäfer

Maikäfer  (Kathy Büscher auf Pixabay)

Wenn das frische Grün die Baumkronen schließt, beginnt die Flugzeit der Maikäfer. Nach vier Jahren im dunklen Erdreich, graben sich die Käfer an die Oberfläche und schwärmen an warmen Frühlingsabenden in fortgeschrittener Dämmerung los. Die rund drei Zentimeter langen, dicken Käfer fliegen dann der nächsten Baum-Silhouette vor dem schwachen Restlicht des Abendhimmels entgegen, um sich dort am jungen Laub gütlich zu tun. Frisch ausgeflogene Maikäfer sind dann immer auch mal an Straßenlaternen zu beobachten, die sie brummend umkreisen.

Männchen und Weibchen lassen sich gut an den Fühlern am Kopf unterscheiden. Diejenigen der Männchen sind recht groß mit sieben, die der Weibchen eher klein und mit nur sechs blattartigen Lamellen. Die Fühler sind namengebend für eine ganze Käfergruppe, die Blatthornkäfer. Mit ihnen riechen die Tiere. Über den Geruchssinn finden die Männchen die Weibchen im Gewirr der Blätter. Nach der Paarung kehren die Weibchen zu ihrem Schlupfort zurück, graben sich in den Boden ein und legen bis zu dreißig Eier. Aus diesen schlüpfen nach einigen Wochen die Larven, die sogenannten Engerlinge, die dann vier Jahre lang im Boden heranwachsen und sich von Pflanzenwurzeln ernähren. Im Spätsommer des vierten Engerlingjahres verpuppt sich dieser in einer in etwa ein Meter Tiefe im Boden selbstgegrabenen Puppenhöhle. Noch im Herbst schlüpft der Jungkäfer und warten nun den Winter über darauf, dass sich im Frühjahr der Boden erwärmt. Dann gräbt er sich an die Oberfläche und eine neue Generation Maikäfer beginnt zu fliegen.

Maikäfer haben früher Bäume kahlgefressen und als Wurzelschädlinge schwere Ernteschäden verursacht. Die dafür notwendigen Massenvermehrungen gibt es infolge des weit verbreiteten Gifteinsatzes und moderner Bewirtschaftungsmethoden in der Landwirtschaft nicht mehr. Wenn früher die Maikäfer eimerweise gesammelt und den Schweinen zum Fraß vorgeworfen wurden, lohnt es sich heute, bei einem Käferfund ihn mit etwas frischem Laub in ein Schraubdeckelglas zu setzen und den Kindern und Erwachsenen aus Familie und Nachbarschaft zu zeigen. Am nächsten Abend kann er wieder frei gelassen werden. Dann kann er dafür sorgen, dass es vier Jahre später wieder eine Maikäfergeneration gibt. Oder aber er dient einer Fledermaus als willkommener Leckerbissen.

Übrigens: Wer den Maikäfer verpasst, kann später im Jahr den ähnlichen, aber deutlich kleineren Junikäfer beobachten. Auch dieser verbringt als Engerling mehrere Jahre im Boden und ernährt sich von Pflanzenwurzeln. Große Insekten sind wichtige Beutetiere für viele Vögel und Fledermäuse.

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