Aktivitäten

Der BUND in Bremen-Nord leistet im Bremer Norden mit vielfältigen Projekten und Aktionen einen aktiven Beitrag für den Schutz der Natur und Umwelt.

Naturgarten

Ein Naturgarten in und für Bremen-Nord

Der neue BUND Naturgarten in Bremen-Nord Der neue BUND Naturgarten in Bremen-Nord mit der Parzellennummer 13.  (Bernd Quellmalz / BUND Bremen)

Immer wieder wenden sich Interessierte aus Bremen-Nord an uns, weil sie nach einem sinnvollen Betätigungsfeld suchen und aktiv bei der Pflege von Biotopen mithelfen möchten. Gleichzeitig sind viele Menschen daran interessiert, was sie selbst für Wildtiere wie zum Beispiel Insekten und heimische Pflanzen in ihrem Garten tun können. Der BUND Arbeitskreis Bremen-Nord wird daher im Kleingärtnerverein Rahland e.V. in Bremen-Vegesack ab 2026 eine Gartenparzelle zu einem BUND-Naturgarten entwickeln und dauerhaft pflegen. 

Der BUND-Naturgarten soll zeigen, welche naturnahen Gartenelemente jede*r im eigenen Garten umsetzen kann, um heimischen Tieren und Pflanzen zu helfen. Erst einmal eingerichtet, wollen die Aktiven den BUND-Naturgarten für Bürger*innen im Rahmen eines „Tag der offenen Gartenpforte“ öffnen und diese hinsichtlich einer naturnahen Gestaltung ihres Gartens beraten. Er soll als Anregung für naturnahes Gärtnern dienen.

Zusätzlich werden wir den BUND-Naturgarten für Umweltbildungsaktivitäten nutzen. Der BUND ist bereits jetzt stark mit Umweltbildungsangeboten in Bremen-Nord vertreten: . Im BUND-Naturgarten nun soll nun ein zusätzlicher Lern- und Erlebnis-Ort für Kinder entstehen. Ob feste Gruppen, Kindergärten oder Schulklassen – sie lernen im BUND-Naturgarten das Gärtnern im Einklang mit der Natur.

Geplant ist außerdem, dass die Aktiven der BUND-Gartengruppe sich auch in das Vereinsleben des Kleingärtnervereins Rahland e.V. einbringen, sich mit den anderen Parzellist*innen austauschen und an Veranstaltungen teilnehmen.
 

Koordinations-Team aus Birgit Rodermund (r.) und Martina Zalewski (Stellvertreterin) Der Kauf ist offiziell: Koordinations-Team aus Birgit Rodermund (r.) und Martina Zalewski (Stellvertreterin) freuen sich.  (Bernd Quellmalz / BUND Bremen)

Infos & Kontakt

Der BUND-Naturgarten liegt im Kleingärtnerverein Rahland e.V., Borchshöher Straße 39 in Vegesack direkt an der Ecke von Tulpenweg (Schönebeck) und Begonienweg. Es handelt sich um die Parzelle Nr. 13. Wer bei Gestaltung und Entwicklung des BUND-Naturgartens mithelfen möchte, ist herzlich willkommen und kann sich per Email bei uns melden.

Kontakt: naturgarten_bremen-nord(at)BUND-Bremen.net

Das Projekt wird gefördert vom Beirat Vegesack und von der swb Umweltinitiative.
 

Bunte Adele

2021 - Das Projekt "Bunte Adele"

Pflegeeinsatz auf der Bunten Adele Das fertige Sandarium mit Brombeersträuchern, damit Katzen es nicht als Klo benutzen, und - nach getaner Arbeit - mit glücklichen Aktiven.  (BUND Bremen / BUND Bremen)

Aktive des BUND Arbeitskreises Bremen-Nord treffen sich regelmäßig zu Pflegeeinsätzen auf der Blühwiese am Adelenstift in Bremen-Lesum. Unter dem Projektnamen „Bunte Adele“ wird dort eine naturnahe Blühwiese entwickelt, eine Kooperation zwischen dem Adelenstift, einer Einrichtung der Inneren Mission, und dem BUND Arbeitskreis Bremen-Nord. Die Aktiven helfen mit, die gemähte Wiese abzuharken, das Sandarium zu entkrauten und mit Sand aufzuarbeiten, Narzissen, Hyazinthen, Zierlauch und Winterlinge sowie Bäume zu pflanzen, die bereits vorhandenen Staudenbeete weiterzuentwickeln und die Insektenhotels zu pflegen. Kai Kaufmann als Einrichtungsleiter des Adelenstifts betont, dass dort alle jederzeit herzlich willkommen sind, auch wenn gerade kein Arbeitseinsatz ansteht. 

Das FLOW-Projekt

2023 - Das FLOW-Projekt

Das FLOW-Team Das FLOW-Team (v.ln.r.): Ulrike Schnaubelt, Marion Franke, Bernd Quellmalz, Ulrich Schreier, Else-Marie Müller-Lorenz, Sylvia Thomssen, Reinhard Schimke, Leonie Mahlke, Lars Bertram. (Reinhard Schimke)  (Reinhard Schimke / BUND Bremen)

„Unsere Gewässer leiden stark unter den Einträgen von Pestiziden und Düngemitteln, Begradigungen und Zerstörung der Ufervegetation“, erklärt Sylvia Thomssen, die sowohl im BUND Osterholz als auch im Arbeitskreis Bremen-Nord aktiv ist. „In kleinen Gewässern in landwirtschaftlich geprägten Regionen sind diese Belastungen nicht selten besonders hoch: Weil sie nur wenig Wasser führen, können Schadstoffe kaum verdünnt werden. Oftmals fehlen zudem Pufferzonen, wie zum Beispiel Gewässerrandstreifen zwischen Acker und Bach.“ Außerdem trocknen Bäche infolge des Klimawandels zunehmend aus. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten sind deshalb akut bedroht: Denn viele dieser Arten brauchen saubere Kleingewässer zum Überleben. Im FLOW-Projekt untersuchen jetzt bundesweit bis 2023 zwischen April und Juli Ehrenamtliche die Kleinsttierwelt am Gewässergrund, wie z.B. Insekten, ihre Larven, Krebstiere, Schnecken und Muscheln, Würmer, Egel und andere wirbellose Kleinlebewesen. Viele dieser Wasserlebewesen reagieren empfindlich auf Belastungen und eignen sich daher gut als Zeigerorganismen. Thomssen: „Das heißt, ihr Vorkommen zeigt, ob sich das Gewässer in einem guten oder schlechten Zustand befindet.“ Im Rahmen des FLOW-Projekts entsteht so ein bundesweiter, standardisierter Datensatz. Darauf aufbauend sollen anschließend lokale und regionale Maßnahmen zum Gewässerschutz abgeleitet werden, um sicherzustellen, dass die Fließgewässer langfristig erhalten und nachhaltig genutzt werden. Die beiden BUND-Gruppen planen, ihre Untersuchungen für FLOW an der Schwaneweder Beeke durchzuführen.

Gefördert wird das BUND-Projekt „Mehr Natur an der Schwaneweder Beeke – renaturieren und davon lernen“ von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, dem Landkreis Osterholz als Naturschutzbehörde, der Gemeinde Schwanewede und der Manfred Hermsen Stiftung. Kooperationspartner ist die Biologische Station Osterholz (BioS). FLOW ist ein Projekt des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ, Leipzig) und des BUND. Das FLOW-Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Eine begleitende Dissertation wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert. Die wissenschaftliche Grundlage für das FLOW-Projekt ist das nationale Kleingewässermonitoring (KgM) des UFZ Leipzig, welches Vergleichsdaten für die FLOW-Beprobungen liefert.

2020 - Blühfläche St. Magnus

Nachbarschaftsinitiative und BUND entwickeln Blühfläche auf Verkehrsinsel in Bremen-St. Magnus

Aktive haben auf der Verkehrsinsel in St. Magnus eine Blühfläche für Insekten angelegt. Aktive haben auf der Verkehrsinsel in St. Magnus eine Blühfläche für Insekten angelegt.  (Manfred Severit / BUND Bremen)

Um den vielfach unerkannten Wildbienen, aber auch Schmetterlingen und anderen Insekten, einen kleinen, ihren Bedürfnissen angepassten Lebensraum zu bieten, hat eine Nachbarschaftsinitiative, tatkräftig unterstützt vom BUND Arbeitskreis Bremen-Nord, die Pflege für die Verkehrsinsel an der Leuchtenburger Straße Ecke Lesumer Heerstraße in Bremen-St. Magnus übernommen. An dieser Stelle wollen die Initiatoren beispielhaft aufzeigen, was Bürgerinnen und Bürger in ihrem privaten Umfeld für mehr biologische Vielfalt tun können. Der Umweltbetrieb Bremen hat die Verantwortung für die Pflege an Corinna Hagedorn übertragen. Unterstützt wurde das Projekt vom Beirat Burglesum und von der Firma Helge Schnirring, Gartenbau Schwanewede.


„Wir entwickeln und pflegen diese Verkehrsinsel für Wildbienen und Schmetterlinge - jenseits der üblichen Gartenbearbeitung“, sagt Corinna Hagedorn, Initiatorin dieses Projekts und Nachbarin der Fläche. „Uns ist es wichtig, dass sich Bürgerinnen und Bürger hier Anregungen für die eigene naturnahe Gartengestaltung oder aber auch für den Balkon holen.“ Die Verkehrsinsel besitzt einen mageren, sandigen Boden. „Der Aufwuchs aus Gras und mehrjährigen Stauden bietet einer Vielzahl von Insekten Nahrung und Unterschlupf“, erläutert Elke Noetzel-Horn, Biologin und Mitglied im BUND Arbeitskreis Bremen-Nord. „Hierbei sind die Stauden wichtige Pollen- und Nektarlieferanten für die Wildbienen und die Gräser Futterpflanzen für viele seltene Schmetterlinge.“ Das aufgestellte Totholz und das Insektenhotel bieten zudem ideale Nistplätze für Insekten. Insbesondere um auch den im Boden nistenden Wildbienen einen Lebensraum zu bieten, haben die Aktiven der Nachbarschaftsinitiative und des BUND in der Mitte der Fläche ein so genanntes Sandarium angelegt. Denn rund 70% aller bei uns vorkommenden Wildbienen-Arten legen ihre Eier im Boden ab.


Die Blühfläche ist kein Parkplatz!  (Carl-Hermann Meyer)


Kurz nachdem der BUND und eine Nachbarschaftsinitiative ihr neues Projekt zur Entwicklung eines blühenden Insektenbiotops auf einer Verkehrsinsel an der Einmündung der Leuchtenburger Straße in die Lesumer Heerstraße der Öffentlichkeit vorgestellt hatten, wurde diese Fläche am 4. Juni 2020 im Auftrag des Umweltbetriebs Bremen-Nord nun gemäht. Eine Mahd wäre aus Gründen des Insektenschutzes aber erst im September sinnvoll gewesen, wie es BUND und Nachbarschaftsinitiative auch geplant hatten. Sie bedauern das vorzeitige Mähen, weil es vielen Insekten nun erst einmal ihrer Nahrungsgrundlage beraubt. BUND und Nachbarschaftsinitiative betonen, dass dieses Vorgehen nicht mit ihnen abgestimmt war und schon gar nicht in ihrem Auftrag geschah. Erst vor kurzem hatte der Umweltbetrieb diese Fläche an die Anwohnerin Corinna Hagedorn zur Pflege überlassen. Unterstützt vom BUND Arbeitskreis Bremen-Nord möchte sie hier einen Lebensraum für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten schaffen.

Noch am 2. Juni 2020 trafen sich drei Aktive von BUND und Nachbarschaftsinitiative zu einer Bestandsaufnahme der blühenden und kurz vor der Blüte stehenden Pflanzen. Sie fanden dabei 17 Arten von Blütenpflanzen sowie diverse Gräser. Blühende Schafgarben, Hornklee und Kratzdisteln wurden von diversen Hummeln beflogen. Die ca. 10 Pflanzen der Wegwarte standen kurz vor der Blüte und hätten dieses jetzt wieder öde Grasstück für mehrere Wochen täglich mit leuchtend blauen Blüten verschönt. Infolge der vorzeitigen Mahd ist von dieser Blütenpracht nun nichts mehr zu sehen. Der Umweltbetrieb hatte es leider versäumt, die Patenschaft dieses Grundstückes zu kennzeichnen, und so haben die beauftragten Arbeiter diese Fläche gemäht. Der Umweltbetrieb hat daraufhin Besserung gelobt.

Dies ist aber nicht die einzige Widrigkeit, der die Blühfläche ausgesetzt war und ist. Immer wieder wird die Verkehrsinsel trotz intensiver Beschilderung mit Bitte um Rücksichtnahme zweckentfremdet – mal als Parkplatz, mal als Ablageplatz für Baumaterial. Sogar ein Dixieklo wurde dort schon gesehen. Der BUND bitte alle Bürger*innen darum, Rücksicht auf die Blühfläche zu nehmen und dort keine Fahrzeuge und kein Material abzustellen oder zu lagern.

Die zukünftige Pflege wird nach der Herrichtung dieser Nistmöglichkeiten in einer jährlichen ein- bis zweimaligen Mahd und gelegentlichem Müllsammeln bestehen. Hierfür suchen die Initiatoren weitere Unterstützung. Wer mit machen möchte, wende sich bitte an ak_bremen-nord(at)bund-bremen.net.

Hintergrund


In Deutschland sind mindestens 566 Wildbienenarten nachgewiesen, davon sind 228 Arten als bestandsgefährdet, 39 Arten als ausgestorben oder verschollen und 31 Arten vom Aussterben bedroht eingestuft. Auch viele der heimischen 3.700 Schmetterlingsarten, rund 190 davon gehören zu den Tagfaltern, stehen auf der Roten Liste. Dies liegt nicht nur an Monokulturen, Umweltgiften und Klimawandel, sondern auch daran, dass in Gärten und Parks statt einheimischer oft nur noch exotische Pflanzen gepflanzt werden. Von diesen können sich Raupen und Falter häufig nicht ernähren. Deshalb empfiehlt der BUND, im Garten ein Beet oder auf dem Balkon einen Kasten mit einheimischen Wildpflanzen anzulegen. Beispielsweise sind aromatische Kräuter wie Thymian und Melisse bei Schmetterlingen beliebt. Brennnessel, Löwenzahn, Distel, Wilde Karde, Malve, Königskerze und Seifenkraut werden vor allem von den Raupen bevorzugt.

Streuobstwiese "Große Dunge"

Streuobwiese Große Dunge: Mitmachen erwünscht

Obstbaumschnitt auf Streuobstwiese Michael Ruhnau (Bildmitte) führt in den Obstbaumschnitt ein.  (Reinhard Schimke / BUND Bremen)

In Bremen-Nord finden sich zahlreiche Streuobstwiesen, die sich in privater oder öffentlicher Hand befinden. Die Größe der Wiesen und ihrer Anzahl der Bäume variiert stark, ebenso der Pflegezustand der mitunter schon sehr alten Bäume (50-80 Jahre alt).

Eine besonders große und attraktive Streuobstwiese betreut der BUND auf dem Grundstück des ehemaligen Herrenguts „Große Dunge“ im Werderland. Die Flächen des Herrenguts wurden als Ausgleichsmaßnahme für den Bau des Bremer Stahlwerks (heute Arcelor Mittal) an den BUND übergeben, der hier in den Jahren 1997 bis 2004 große Teile des Areals mit alten und regionalen Obstbaumsorten bepflanzte.

Insgesamt befinden sich auf einem Areal von mehr als einem Hektar über 400 Obstbäume unterschiedlichen Alters, darunter Äpfel, Birnen, Zwetschgen und Kirschen.

Mitaktive gesucht

Für die Pflege und den Erhalt der Streuobstwiese „Große Dunge“ braucht es interessierte Menschen, die Lust haben, sich mit Obstbaumschnitt auseinanderzusetzen und in regelmäßigen Abständen auf der „Großen Dunge“ aktiv werden wollen. Inzwischen hat sich seit 2020 (wieder) solch eine Gruppe engagierter Aktiver gefunden. Die Gruppe kann gerne noch um einige Personen wachsen. Denn aufgrund der Größe der Bäume sind diese inzwischen recht pflegeintensiv geworden.

Fachwissen wird vermittelt

Besonders willkommen sind Menschen mit Vorkenntnissen in Baumschnitt. Doch auch völlig Ungeübte sind herzlich eingeladen, sich zu melden und mitzumachen. Der BUND unterstützt darin, über Seminare Fachwissen zum Schnitt nach Öschberg zu vermitteln. So führte der Biologe und Pomologe Michael Ruhnau zum Beispiel am 24. März 2021 in den Pflegeschnitt von älteren Obstbäumen ein.

Wenn du aktiv werden möchtest, melde dich telefonisch unter 0421 79 00 20 oder per Email direkt an unseren Arbeitskreis.

Weitere Informationen zur Großen Dunge findest du hier.

Informationen zum Arbeitskreis Streuobstwiesen des BUND findest du hier.

Umweltbildung

Kinder und Natur - Naturkundliche Führungen

Trinkwasserschutz

Bürgerinitiative Tanklager Farge e.V.
Die Bürgerinitiative setzt sich seit Jahren für die Beseitigung der Altlasten in Bremen-Nord, Farge ein.  (Bürgerinitiative Tanklager Farge e.V.)

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