Den Tisch decken für Kiebitz, Uferschnepfe und Co.

20. Oktober 2026 | WiKo

Insektenschutz ist auch Wiesenvogelschutz - Warum die richtigen Mahdtechniken den Wiesenvögeln im Frühjahr zugutekommen.

Harkende Unterstützung Harkende Unterstützung nach dem Balkenmäher.  (BUND Bremen / BUND Bremen)

Wiesenvögel wie Kiebitz, Uferschnepfe und Co. mögen offene, übersichtliche Flächen zum Brüten und zur Aufzucht ihrer Jungen. „Daher spielt natürlich die Verbesserung der Habitate eine zentrale Rolle im Wiesenvogelschutz.“, weiß Ana Meyer, Mitarbeiterin im WiKo. „Dazu gehören Maßnahmen wie das Mulchen von Gewässerrändern, um kurzrasige Lebensräume zu schaffen.“ Meistens sind solche Einsätze aber verbunden mit dem Verlust von Insekten. 
Laut Landschaftspflegeverband Landkreis Göttingen e.V sterben bei der herkömmlichen Art des Mähens und Mulchens im Laufe eines Ernteprozesses sogar bis zu 90 Prozent der Insekten (Quelle: www.lpv-goettingen.de/). Das wiederum zieht einen Nachteil für die Wiesenvögel im Frühjahr nach sich. Denn Vögel wie Kiebitz, Uferschnepfe, Brachvogel und Rotschenkel ernähren sich allesamt gerne von Insekten und deren Larven. Auch die frisch geschlüpften Wiesenvogelküken fressen hauptsächlich Insekten, die sie direkt von der Vegetation absammeln. 
Im Bremer Blockland wurde daher nun ein Balkenmäher zur Mahd eingesetzt. „Die Nutzung des Balkenmähers ist insektenschonender als Mulchen oder der Einsatz anderer rotierender Mähwerke, weil er das Gras abschneidet, statt es zu zerhäckseln.“, erklärt Ana Meyer.  „Dadurch entstehen weniger Sog, Verwirbelungen und direkte Verletzungen durch rotierende Messer – Insekten können also eher entkommen und abwandern. Es schont bodennahe Kleinstlebewesen sowie die an Pflanzenstängeln befindlichen Larven und Puppen.“
Wichtig ist auch, wann und wie gemulcht wird. Durch ein sogenanntes „selektives Mulchen“ werden Schonstreifen geschaffen, die Insekten und anderen Wirbellosen Rückzugsorte bieten. So werden beispielsweise niedrigwüchsige oder kräuterreiche Bereiche ausgelassen oder an Senken und Gewässerrändern wird sich auf hochwüchsige Strukturen wie Binsen konzentriert. 
Ana Meyer ergänzt: „Grundsätzlich ist Mähen immer ein Eingriff in den Lebensraum, bei dem auch Tiere zu Schaden kommen können. Um Grünland zu erhalten, ist eine regelmäßige Mahd oder Beweidung jedoch notwendig.“
 

  • Information: „WiKo Bremen“ steht für „Kooperativer Wiesenvogelschutz in Bremen und umliegenden niedersächsischen Grünlandgebieten.“ Das Projekt „WiKo Bremen“ wird durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) aus dem nationalen Artenhilfsprogramm (nAHP) gefördert. Der BUND Bremen führt es in Kooperation mit der Stiftung NordWest Natur (NWN) durch.

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