WiKo Projektkarte mit Fokus auf die Kladdinger Wiesen.
(BUNDmagazin/J+R
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BUND Bremen)
Das 1996 ausgewiesene, 390 Hektar große, Naturschutzgebiet „Kladdinger Wiesen“ liegt an der südlichen Grenze Bremens, also in unmittelbarer Randlage des Bremer Flughafens und im Niederungsraum von Weser und Ochtum.
Das Schutzgebiet besteht überwiegend aus intensiv genutztem Grünland und Ackerflächen. Die NSG-Verordnung lässt die intensive Nutzung zu, nur für wenige Grünlandflächen ist eine Nutzungseinschränkung in Form eines Bewirtschaftungsverbots vom 01. April bis zum 10. Juni vorgesehen. Neben überregionalen Trends ist das sicher mit ein Grund dafür, dass die Bestände der Wiesenvögel in den Kladdinger Wiesen in den Jahren nach der Schutzgebietsausweisung stark zurückgegangen sind.
Besonders dort, wo wertvolle Lebensräume mit einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung zusammentreffen, sind innovative Schutzkonzepte gefragt, die ökologische und ökonomische Interessen miteinander verbinden. Der in Bremen entwickelte kooperativer Ansatz im Wiesenvogelschutz passt daher sehr gut ins NSG „Kladdinger Wiesen“. Ziel des WiKo ist es, den Restbestand des Kiebitzes, der sich auf diesen Flächen gehalten hat, zu fördern. Denn trotz des Marsch-Charakters trocknen die Flächen, Gräben und Kleingewässer im Frühjahr oft vollständig aus, was in vielen Bereichen wiederum der intensiven Landwirtschaft zugutekommt.
Hier zeigt sich eine der größten Herausforderungen des kooperativen Wiesenvogelschutzes: Schutzmaßnahmen müssen so gestaltet werden, dass sie sowohl den ökologischen Anforderungen der Arten als auch den betrieblichen Abläufen der Landwirtschaft gerecht werden. Maßnahmen, die den Brut- und Aufzuchterfolg von Wiesenvögeln fördern sollen, dürfen die Bewirtschaftung nicht unverhältnismäßig einschränken. Für jede einzelne dieser Nutzungskonflikte müssen individuelle und praxisnahe Lösungen entwickelt werden.
- Information: „WiKo Bremen“ steht für „Kooperativer Wiesenvogelschutz in Bremen und umliegenden niedersächsischen Grünlandgebieten.“ Das Projekt „WiKo Bremen“ wird durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) aus dem nationalen Artenhilfsprogramm (nAHP) gefördert. Der BUND Bremen führt es in Kooperation mit der Stiftung NordWest Natur (NWN) durch.