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BUND Landesverband Bremen

Manchmal wohnen wir jahrelang mit fliegenden Untermietern zusammen, ohne sie zu bemerken. Mauersegler und Zwergfledermäuse kehren jedes Jahr in das gleiche Nest oder in das gleiche Quartier zurück. Sie nutzen vorhandene Hohlräume und Spalten, die sie nicht vergrößern. Sie schaden dem Gebäude nicht und machen sich sogar nützlich, denn sie fangen tausende von Insekten für sich und ihre Jungen. Im Folgenden zeigen wir Ihnen exemplarisch einige Arten, die auf Öffnungen im Dach oder in der Fassade angewiesen sind. Weitere Arten, die am Haus vorkommen finden Sie hier und über Nisthilfen können Sie sich hier informieren. 

Mauersegler (Apus apus)

Mauersegler (Apus apus) Mauersegler  (tiegeltuf / flickr / CC BY-SA 2.0)

Mauersegler leben gerne in unseren Städten und kündigen uns den Sommer an, wenn sie mit ihren schrillen Rufen Anfang Mai blitzschnell durch die Lüfte jagen. Nur bis Anfang August bleibt ihnen  Zeit, ein Nest zu bauen, Eier zu legen, zu brüten und die Jungen aufzuziehen. Darum können Mauersegler nicht lange nach Nistmöglichkeiten suchen, sondern nutzen am liebsten jedes Jahr das gleiche Nest. Sie verwenden nur wenig Nistmaterial und halten ihre Nistplätze sauber. Von außen sind die Nester meist nicht zu sehen. Deshalb leben Mauersegler häufig unbemerkt an unseren Gebäuden. Sie nisten in Hohlräumen am Giebel, unter den Ziegeln oder unter dem Dachüberstand. Mauersegler sind sehr gesellige Vögel und brüten gerne mit anderen zusammen, allerdings braucht jedes Pärchen seinen eigenen Raum. Für ihre Jungen fangen Brutpaare täglich bis zu 20.000 Insekten.

Haussperling (Passer domesticus)

Haussperling (Passer domesticus) Haussperling  (Georg Wietschorke / BUND Bremen )

Der Haussperling, besser bekannt als "Spatz",  ist sicherlich einer der bekanntesten Stadtvögel. Spatzen leben und brüten am liebsten in Gesellschaft. Der Haussperling ist sehr treu und hält sich gerne im Umkreis seines Nistplatzes auf. Spatzenpaare bleiben gerne ein Leben lang zusammen und nutzen meistens die gleichen Nistplätze in Nischen und Mauerlöchern an Gebäuden oder unter den Dachpfannen. Obwohl sie in der Brutzeit von März bis August in guten Jahren 3-4 Jahresbruten großziehen können, stehen Haussperlinge inzwischen auf der Vorwarnliste. Ihnen fehlen Nistmöglichkeiten und Nahrung. Spatzen ernähren sich von Sämereien aller Art, benötigen aber für die Aufzucht ihrer Jungen auch eiweißreiche Insektennahrung.  

Mehlschwalbe (Hirundu urbica)

Mehlschwalbe  (Victor / flickr )

Mehlschwalben haben sich sehr an den Menschen angepasst und brüten überwiegend an Gebäuden. Sie gelten als Glücksbringer. Trotzdem sind sie nicht gerne gesehen, weil sie die Fassaden durch ihren Kot verschmutzen können. Ein Brett unterhalb des Nestes löst dieses  Problem. Im April kommen die ersten Mehlschwalben zum Brüten aus ihren Winterquartieren zurück und suchen meist das gleiche Nest wieder auf, das sie bei Bedarf ausbessern. Sie können bis zu zwei Bruten im Jahr großziehen. Für ihren Nachwuchs jagen sie sie tausende von Insekten. Mehlschwalbenbrutpaare brüten gerne in Kolonien. Sie benötigen ein Dach über den Kopf und einen rauen Untergrund, auf dem das Nest kleben bleibt. Auch den Mehlschwalben geht es nicht gut, sie finden zu wenig Insektennahrung, Nistmaterial zum Bauen und geeignete Hauswände, an denen ihr Nest geduldet, und nicht abgeschlagen wird.   

Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros)

Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros) Hausrotschwanz  (S.Pfuetzke / green-lens )

Schon  im März kommen die Hausrotschwänze aus ihren Winterquartieren zurück und besetzen ihre Reviere, die sie durch ihren Gesang markieren. Auch diese Vögel haben sich sehr an den Menschen angepasst und nutzen Dach- und Mauernischen zum Brüten, wobei sie halboffene Hohlräume bevorzugen. Hausrotschwänze  können 2-3 Jahresbruten großziehen. Auch die Bestände des Hausrotschwanzes sinken, weil sie immer weniger Nistmöglichkeiten finden. Hausrotschwänze fressen überwiegend Insekten aber auch Beeren und andere Früchte.

Fledermäuse

Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus)  (J P / flickr / CC BY 2.0)

Von den 25 Arten, die in Deutschland vorkommen, leben 13 Fledermausarten auch in Bremen. Alle sind bedroht! Manche von ihnen nutzen regelmäßig im Frühjahr und Sommer Spaltenquartiere, die sich in oder an Gebäuden befinden. Sie brauchen nicht viel Platz, denn sie suchen Körperkontakt und kuscheln sich gerne eng aneinander. Ein Quartier in der Größe eines Telefonbuchs bietet so 50 Zwergfledermäusen Platz. Hausbewohnende Fledermäuse brauchen stets mehrere Quartiere, weil sie es je nach Wetterlage mal wärmer, mal kühler brauchen. Manche Arten, wie z. B. die Breitflügelfledermäuse, nutzen Quartiere an Gebäuden ganzjährig. Meist sind die Fledermäuse unbemerkte Untermieter, da sie in der Dämmerung ein- und ausfliegen. Wo sich Fledermäuse aufhalten, haben Mücken keine Chance. Zwergfledermäuse z.B. fangen 2000 Mücken in einer Nacht. Die Männchen sind von Frühjahr bis Herbst häufig alleine unterwegs. Erst nach der Balzzeit im Herbst fliegen sie ins gemeinsame Winterquartier. Fledermäuse stellen sehr hohe Ansprüche an ein Quartier, deshalb sollten vorhandene Quartiere nach Möglichkeit erhalten bleiben.

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