Natur kehrt zurück

Östlich von Bremerhaven wurden in der Geesteniederung am Sellstedter See 85 Hektar Grünland wiedervernässt. Auf diese Weise gewann der See im Jahr 2006 als ökologische Kompensation für den Bau des Gewerbegebietes Luneort in Bremerhaven einen Teil seines früheren Retentionsraumes wieder. Mit dem Wasser kehrte innerhalb kürzester Zeit die Natur zurück. Der Polder ist Brutvogellebensraum von nationaler Bedeutung und beherbergt viele Tier- und Pflanzenarten der Roten Liste sowie des FFH-Anhangs. Das Gebiet wird seit über 10 Jahren vom BUND Bremen betreut.

Beobachtungstipps

Das Gebiet ist seit 2010 Naturschutzgebiet (NSG). Auch aufgrund der Vernässung ist es nicht betretbar, kann aber vom ausgeschilderten, wettergeschützten Aussichtsturm gut eingesehen werden. Auf dem Weg vor dem Turm kann insbesondere in der regen- und hochwasserreichen Herbst- und Winterzeit Wasser stehen. Ein Erreichen des Turms ist dann leider nur mit Gummistiefeln möglich. An einer Verbesserung der Zuwegung wird gearbeitet!

Insbesondere die Beobachtung von Wasservögeln lohnt sich hier ganzjährig. Um das reiche Artenspektrum auf den zentralen Schlamminseln gut zu sehen, empfiehlt sich der Einsatz stark vergrößernder Optik (Spektiv).

Kranich und Seeadler sind nahezu täglich anwesend. Um den Turm brüten Blaukehlchen, Schilfrohrsänger und Rohrschwirl. Tüpfelsumpfhühner können nachts von April bis Juli zu hören sein. Auch Seltenheiten tauchen auf. So wurden z.B. schon Rallenreiher, Purpurreiher, Doppelschnepfe und Zitronenstelze (3. Brut Deutschlands 2013) nachgewiesen.
Der Moorfrosch besiedelt den Polder flächendeckend. Der Fischotter frequentiert das Gebiet auf seiner nächtlichen Nahrungssuche.

Nur wenige Kilometer entfernt befindet sich der Polder Bramel, der mit seinem Aussichtsturm ebenfalls zur Naturbeobachtung einlädt.

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