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BUND Landesverband Bremen

Wesermündung im täglichen Wechsel von Tidehub und Salzwasser

Säbelschnäbler Säbelschnäbler  (Georg Wietschorke / BUND Bremen )

Flussmündungen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen der Welt. Sie umfassen den Abschnitt des Flusses, wo Ebbe und Flut einwirken und sich das Süßwasser mit dem salzigen Meerwasser zu Brackwasser mischt. Breite Röhrichtgürtel und Wattflächen säumen dort den Flusslauf, der sich in zahlreiche Nebenarme aufspaltet, Inseln und ausgedehnte Überschwemmungsgebiete bildet und schließlich in einem breiten Trichter ins Meer mündet. Die Wesermündung zieht sich über 120 Quadratkilometer hin, beginnt am Bremer Weserwehr, wird bis Bremerhaven immer breiter, durchfließt dann das Wattenmeer und mündet in Nordsee.

Trotz der Flussvertiefungen, Einleitungen, Kühlwasserentnahmen und Hafenbauten bietet die Wesermündung immer noch Lebensraum für viele seltene Pflanzen- und Tierarten, z.B. die Finte, ein heringsartiger Fisch, der seinen ganzen Lebenszyklus in der Flussmündung verbringt. Der Säbelschnäbler hat im Weserwatt bei Bremerhaven einen international bedeutsamen Rast-und Mauserplatz. Im April färben die Blüten der Schachblume ganze Wiesen auf dem Warflether Sand violett.  In den ausgedehnten Röhrichten entlang des Flusses brüten Bartmeise, Rohrweihe und Blaukehlchen. Seehunde und Schweinswale schwimmen die Weser hoch auf der Jagd nach Fisch. Die Unterweser ist deshalb in weiten Teilen als europäisches Schutzgebiet noch Vogelschutz- und FFH-Richtlinie gemeldet (Integrierter Bewirtschaftungs Plan). Viele Flächen sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen, darunter NSG Luneplate (1400 ha), NSG Strohauser Vorländer und Plate (1150 ha), NSG Rechter Nebenarm der Weser (500 ha), NSG Juliusplate (80 ha) sowie die zur Wesermündung zählenden, ausgedehnten Vorland- und Wattbereiche an der Budjadinger und der Wurster Küste im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer (s. Lebensraum Wattenmeer).

Röhricht Röhricht  (Georg Wietschorke / BUND Bremen )

Renaturierung

In den letzten Jahren wurden zahlreiche Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt, zumeist in Folge von Flussvertiefungen und Hafenbauten, weitere werden folgen. Dabei sind wertvolle Röhrichte, Flachwasserzonen und Grünlandgebiete neu geschaffen worden, u.a. auf der Luneplate südlich von Bremerhaven, dem europaweit größten zusammenhängenden Kompensationsraum für Hafenbau. An der Wurster Küste im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer wurden sogar Sommerdeiche geöffnet, um Salzwiesen wiederherzustellen. Aber auch auf der Kleinensieler Plate und dem Warflether Sand im Landkreis Wesermarsch wurden Flachwasserzonen angelegt und wie in Bremen an der Ochtummündung und an der Lesum mit Sohlschwellen versehen, die den unnatürlich hohen Tidehub einschränken sollen. 2016 wurde auch die Renaturierung im Vorland des bremischen Werderlandes fertiggestellt.

 

In der Zukunft stellen Klimawandel und Meeresspiegelanstieg die Wesermündung und ihre Bewohner vor neue Herausforderungen.

Siehe auch Flusslandschaft Geeste.

  

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