Fledermäusen helfen

Über Fledermäuse

Fledermäuse auch mitten in der Stadt

Fledermäuse sind faszinierende Tiere. Die fliegenden Säugetiere können sich in völliger Dunkelheit mithilfe ihres Echoortungssystem orientieren und Insekten jagen. Sie wohnen nicht nur in dunklen Höhlen, Felsspalten und Wäldern, sondern auch in der Stadt. Einige der in Bremen vorkommenden Arten, wie zum Beispiel die Zwerg- und Breitflügelfledermaus verkriechen sich in Spalten und Ritzen des Dachgebälks (zwischen Dachpfannen und Verschalung) oder im lückenhaften Mauerwerk. Auch hinter Holzverkleidungen, Rollladenkästen und Dachverblendungen wie etwa an Garagen fühlen sie sich wohl. Fledermausarten, wie der Abendsegler und die Wasserfledermaus, beziehen ihre Quartiere in Baumhöhlen. Fledermäuse nutzen sowohl Sommer- als auch Winterquartiere, die sie über viele Jahre immer wieder aufsuchen. In der nahrungsarmen Jahreszeit von November bis März halten Fledermäuse in frostfreien Räumen Winterschlaf. 

 

Fledermäuse gehören zu den bedrohtesten Tierarten in Deutschland. Von den bundesweit 25 vorkommenden Fledermausarten stehen fast alle auf der "Roten Liste". Die Gründe dafür sind vielfältig: Fledermäuse finden immer weniger Nahrung (Insekten), sie sind giftigen Holzschutzmitteln in Dachstühlen ausgesetzt, sie verlieren immer mehr Lebensräume  (zum Beispiel Weideflächen, Hecken und Alleen) und es gibt zuwenig Gebäude- und Baumquartiere. 

Wo sind in Bremen Fledermäuse zu beobachten?

Breitflügelfledermaus (Andreas Zahn)

Die regelmäßig zu beobachtenden Arten in Bremen sind die Breitflügel- und die Wasserfledermaus, der Große Abendsegler und die Zwergfledermaus. Sie fliegen in Parks, Wäldern und Gärten entlang alter Bäume oder an Gewässern. 

Wer Fledermäuse beobachten möchte, hat gute Chancen in der Dämmerung eines Sommerabends z.B. im Bürgerpark (Schwanenteich, Emmasee, Torfhafen), am Unisee und Vahrer See, am Osterdeich (Sielwallfähre), im Knoops Park (an der Lesum), im Waller Park und Oslebshauser Park sowie im Park Höpkens Ruh und Muhles Park.      

 

Zwergfledermaus hängend Zwergfledermaus hängend  (Andreas Zahn)

Fledermäuse im Bunker Valentin 

Vor einigen Jahren entdeckten Ulf Rahmel, Lothar Bach sowie weitere Mitglieder des Arbeitskreises Fledermausschutz (AKF) eines der größten nordwestdeutschen Winterquartiere im ehemaligen U-Bootbunker Valentin in Bremen-Nord (Farge). In den Dehnungsfugen der Betonwände hingen eng aneinandergerückt in 4,5m tiefen Spalten zahlreiche Fledermäuse. Anfang 2009 konnten Fledermausexperten 4500 Fledermäuse zählen. Damit gehört der ehemalige U-Bootbunker zu den bedeutendsten Fledermaus-Winterquartieren in ganz Norddeutschland. Durch kontinuierliche Ruffolgeaufzeichnungen ist belegt, dass sich in diesem Winterquartier überwiegend Zwergfledermäuse aufhalten. Dazu kommen aber mindestens sieben weitere Fledermausarten, die dort den Winter verbringen: Mücken-, Rauhaut-, Breitflügel-, Wasser-, Teichfledermäuse, Langohrfledermäuse und Abendsegler.  

Eine verletze oder erschöpfte Fledermaus gefunden - Was tun?

  • Rufen Sie uns an. Aktive aus dem Arbeitskreis Fledermausschutz versuchen zu helfen.
  • Nehmen Sie Fledermäuse nicht in die Hand. Fledermäuse können schmerzhaft beißen und wie alle Wildtiere ggf. Krankheiten übertragen! 
  • Flyer zum Umgang mit gefundenen Fledermäusen

In Bremen arbeitet der BUND eng mit dem Arbeitskreis Fledermausschutz (AKF) zusammen.

Melden sie sich bei uns, wenn Sie... 

  • eine Führung buchen wollen.
  • ein Fledermausquartier kennen. Wir betreuen Fledermausquartiere.
  • Fledermauskot entdecken (sieht aus wie Mäusekot, lässt sich aber leicht zerbröseln).
  • ein Quartier im oder am Haus schaffen wollen.
  • eine Gebäudesanierung planen oder alte Bäume fällen wollen, damit Fledermäuse nicht in Gefahr geraten. Wir geben gerne allgemeine Informationen, worauf im Vorfeld zu achten ist.
  • Schließen Sie sich dem Arbeitskreis Fledermausschutz an. Der Arbeitskreis trifft sich regelmäßig zum Bestimmen von Fledermausarten, die sich an Hand ihrer Sonarfrequenzen unterscheiden lassen. Um Fledermäuse besser schützen zu können, werden die Beobachtungen regelmäßig dem Bremer Säugetieratlas gemeldet.

 

Lehrmaterial

Für Schulen haben wir einen Fledermaus-Rucksack zum Ausleihen zusammengestellt. Im Rucksack befinden sich Info- und Lehrmaterialien, Fotos, Spiele, Detektoren u.v.m. Melden Sie sich, wenn Sie Interesse haben!

Fledermaus-Telefon

Bundesweites Notruftelefon des NABU

hier klicken

Arbeitskreis Fledermausschutz

G. Kempf
Tel. 0421 - 35 35 25
E-Mail
(nur telefonische Beratung, keine Aufnahme von Tieren möglich)

Lothar Bach
Tel. 0421 - 27 68 953
E-Mail
(Keine Aufnahme von Tieren möglich)

Für Notfälle außerhalb Bremens:

Fledermaus-Regionalbetreuer und -betreuerinnen in Niedersachsen

Übersichtskarte und Kontakte

Petra Gatz (NABU Hessen)
Tel.: 06441 - 67 90 425

Mo. - Fr. 09.00 - 16.00 Uhr
E-Mail

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