BUND Landesverband Bremen

Lebensräume - Was kann ich tun?

Egal ob im eigenen Garten, vor der Haustür oder als Nachbargemeinschaft in Ihrer Wohnanlage - Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie Insekten helfen können!

Das Thema "insektenfreundliche Gestaltung" ist vielfältig. Deshalb geben wir Ihnen im Folgenden Tipps für die einzelnen Bereiche, in denen Sie etwas für Blütenbesucher tun können. Bereits kleine Veränderungen können das Nahrungs- und Nistangebot für Honig- und Wildbiene, Schmetterling & Co. verbessern.

Welche Insektenartengruppen werden gefördert?

Flockenblumen beim Hochschulring Margeritenblüte beim Hochschulring  (BUND)

Wildblumenwiese

Sie sind „Magnete der ökologischen Vielfalt“, da sie einer immensen Zahl von Insektenarten Nahrung liefern – nicht nur durch das Blütenangebot, sondern auch in Form von Blättern, Stängeln oder Wurzeln, die von Insekten genutzt werden.

Durch Pflanzenarten aus der Region Nordwestdeutschland bieten sich Pollen- und Nektarangebote für eine Vielzahl von blütenbesuchenden Insekten, insbesondere Wildbienen und Schmetterlinge. Tagfalterarten wie Kleiner Fuchs, Admiral oder Tagpfauenauge, die inzwischen in der Kulturlandschaft selten geworden sind, werden von dem Blütenreichtum angelockt. Das Kräuterangebot nutzen aber auch Käfer wie Pinselkäfer, Bockkäfer, Weichkäfer, Rüsselkäfer und Blattkäfer, die sich von verschiedenen Pflanzenteilen, nicht nur Blüten, ernähren.

Zahlreiche Fliegen- und Mückenarten, insbesondere Schwebfliegen, sind auf Pollennahrung angewiesen und nutzen ebenfalls die Pflanzensubstrate, zum Beispiel Minierer in Blättern.

Sand- und Schotterflächen

Auf den vegetationsfreien Substraten finden insbesondere Hautflügler, wie Sandbienen, Grabwespen, Knotenwespen oder Wegwespen, essenzielle Bruthabitate. Wichtig ist zugleich ein Angebot an Blühstrukturen in der unmittelbaren Umgebung, wo die Wildbienenarten Nahrung finden.

Hartriegel Hartriegel  (Heike Schumacher / BUND - Bremen)

Bäume, Sträucher und Säume

Eine Auswahl von heimischen Gehölzen, die aus der Region stammen, fördert entscheidend Artengruppen, die auf Holz bzw. die besondere Pflanzenarchitektur angewiesen sind. Dazu gehören zahlreiche Nachtfalterarten unter den Schmetterlingen. Doch in jeder Insektenordnung, wie Zweiflüglern, Käfern oder Hautflüglern sind zahlreiche Arten auf Gehölze angewiesen. Diese Strukturen fördern aber auch zahlreiche Singvogelarten sowie Säugetiere wie den Igel oder Spitzmäuse.

 

Liegendes Totholz (BUND)

Totholz

Vermoderndes Holz in verschiedenen Stadien der Zersetzung fördert zahlreiche holzbewohnende Insekten, die besonders unter den Käfern artenreich auftreten. Auch Hautflügler wie die Goldwespe oder Holzbienen sind auf Totholz angewiesen.

Trockenmauern

In den Spalten und Fugen von Trockenmauern können zahlreiche Insekten Bruthabitate anlegen, wie zum Beispiel die Große Wollbiene. Spinnen wie Vertreter der Wolfs- oder Springspinnen nutzen die Mauern als Jagd- und Rückzugshabitate

Naturgarten Naturgarten  (BUND)

Wilde Ruhezonen

Sie fördern vor allem Arten, deren Entwicklungsstadien längere ungestörte Phasen benötigen, wie zum Beispiel der Aurorafalter, dessen Puppe zehn Monate für die Entwicklung braucht. Auch Arten, die empfindlich auf Mahd reagieren, finden in Ruhezonen einen dauerhaften Lebensraum und geeignete Strukturen, wie viele Radnetzspinnen.

Ruhezonen fördern auch wichtige Regulatoren in den ökologischen Netzwerken, wie parasitoide Hautflügler (zum Beispiel Schlupfwespen), die ein Überhandnehmen bestimmter Arten verhindern und somit für ökologische Stabilität im Insektengarten sorgen.

Weiterhin können in solchen Ruhezonen Pflanzenarten gedeihen, die in Gärten meist unerwünscht sind, wie zum Beispiel Brennnesseln, die wichtige Wirtspflanzen für eine große Zahl von Tagfaltern darstellen.

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